Auf neun Routen durch das „Energieeffiziente Darmstadt“

1. Februar 2018

Exklusiv bei Darmstadt im Herzen: wir stellen Euch monatlich eine Route aus dem Stadtführer  vor

Die Wissenschaftsstadt Darmstadt ist in jeder Hinsicht eine grüne Stadt. Dies beginnt bereits beim bloßen Blick auf die Stadtkarte und setzt sich nahtlos bei einem Spaziergang durch die vielen Grünanlagen, Parks und Waldflächen fort. Ökologische und energieeffiziente Projekte und nachhaltige Themen haben eine lange Tradition. Isolde Nees vom Weststadtverlag hat gemeinsam mit dem Umweltamt der Wissensschaftsstadt Darmstadt genau dieses genauer betrachtet und einen Stadtführer mit neun Routen durch das   „Energieeffiziente Darmstadt“ entwickelt. 

Heute:  Route 4 Martinsviertel

(Startpunkt Geokoordinaten: 52.520007,13-404954)

Wir beginnen den Spaziergang am Karolinenplatz und stehen vor dem Haus der Geschichte (G. Moller, 1817). Das ehemalige Hoftheater wurde auf Wunsch von Großherzog Ludewig I. ausgesprochen einfach und mit Ausnahme des Portikus fast schmucklos geplant. Das 1918 in Landestheater umbenannte Haus, errang in den folgenden Jahren den Ruf einer Bühne der deutschen Avantgarde.  Nach einer umfassenden Restaurierung in den 1990er Jahren sind heute hier das Stadtarchiv und das Hessische Staatsarchiv untergebracht.

Zwischen dem Haus der Geschichte und dem Landesmuseum liegt der Eingang zum Herrngarten, dem größten und ältesten Park der Innenstadt. Landgräfin Karoline ließ den teilweise verkommenen Küchengarten 1766 zu einem englischen Park umwandeln. Wenige Schritte neben dem Eingang finden wir das Grab der Großen Landgräfin. Zur linken Seite des Eingangs befindet sich der Gedenkstein für Prinzessin Elisabeth (1895-1903), Tochter von Großherzog Ernst Ludwig und seiner Frau Viktoria Melita. Von dort aus in nördlicher Richtung gelangen wir zum Goethe-Denkmal (L. Habich, 1903), kommen gleich darauf am Herrngartenteich vorbei und sehen nördlich davon das in Neugotik für die in den Feldzügen zwischen 1792-1815 gefallenen Hessen geschaffene Veteranendenkmal (J. B. Scholl, 1852).

Rechts entdecken wir den Eingang zu einer stimmungsvollen Rokokoanlage, dem Prinz-Georg-Garten. Er hat eine geometrische Grundform mit Haupt-, Quer- und Diagonalachsen, deren Schnittpunkte Fontänen und vergoldete Sonnenuhren markieren. Am Ostrand befindet sich das Pretlacksche Gartenhaus (erbaut 1710), das aus drei durch Gewächshäuser verbundenen Pavillons besteht und über eine Freitreppe zu erreichen ist.

Im Prinz-Georg-Palais am nördlichen Parkende befindet sich eine Sammlung mit Porzellanen europäischer Manufakturen aus dem 18. und 19. Jh. Sowie der kaiserlichen Manufaktur St. Petersburg. Es werden Figuren und Gruppen süddeutscher Manufakturen gezeigt und Porzellane aus Meißen, Ludwigsburg, Fürstenberg und England, sowie eine Sammlung Kelsterbacher zinnglasierter Fayencen.

Gleich gegenüber liegt die in neo-gotischen Formen errichtete St. Elisabethkirche (L. Bekker, 1903-05). Ihr Turm ist mit 75m das höchste Bauwerk der Stadt. Im Inneren zeigt das Elisabethfenster (B. Müller-Linow, 1978) eine moderne Interpretation der Legende der Heiligen.

Hier beginnt das Martinsviertel, eine ehemals bäuerliche Ansiedlung vor den Toren der Residenz, daher mundartlich auch „Watzeviertel“ (nach dem Watz = Eber des Hausschweins) genannt. Zentrum des Viertels ist der Riegerplatz (der Germanist M. Rieger stiftete die Martinskirche). Die Bebauung um den Platz stammt vom Beginn des 20. Jahrhunderts. Einige Jahre älter, im Stil der Gründerjahre, sind die Häuser in der Wenckstraße. In der Liebfrauenstraße findet man originelle Fassaden mit Anklängen von Jugendstil und Neugotik.

An der Ecke Ruthstraße/Pankratiusstraße entsteht das neue Kinder- und Jugendzentrum. Die Einrichtung hat eine Lage im Erdgeschoss, um dem pädagogischen Anspruch einer offenen, einladenden Einrichtung zu entsprechen, wobei die Niedrigschwelligkeit Voraussetzung ist um gut angenommen zu werden. Die geplante Lage entlang des öffentlichen Fußgängerwegs ermöglicht zudem ein Bespielen der vorhandenen Freiflächen und verhindert eine Lärmbelästigung der Nachbarn. Unser Weg führt uns nun entlang der Pallaswiesenstraße und gleich wieder rechts in die Ploenniesstraße. Hier liegt das Opus-Haus.

Wir wandern die Pallaswiesenstraße weiter in Richtung Westen, überqueren die Kasinostraße, wenden uns bald darauf nach rechts und erreichen das Müllheizkraftwerk. Hier wird durch Abfallverbrennung Wärmeenergie erzeugt, die zur Strom- und Wärmeerzeugung genutzt wird.

Von hier aus nach rechts gelangen wir bis zum Sensfelder Weg, wo das Passivhaus des EAD Eigenbetrieb Abfallwirtschaft liegt. Das mit 7.900 m2 größte Passivhaus in Darmstadt ist der 85 m lange, dreistöckige Verwaltungstrakt mit Kundenzentrum, großzügigen Büroflächen, Kantine und Tiefgarage auf dem EAD-Betriebshof. Der Bau erfüllt höchste Umweltschutzanforderungen.

Und in der nächsten Ausgabe zeigen wir euch:

Route 5 – Der Osten

Vom Jugendstilbad zum Fraunhofer Institut, dann vorbei am Ledigenwohnheim und entlang der Erich-Ollenhauer-Promenade zur Mathildenhöhe. Nach dem Rundgang geht es zur Rosenhöhe und von hier weiter über das Oberfeld bis zum Hofgut.

Alle Routen, nützliche Zusatzinfos und Details zu einzelnen Projekte gibt es hier:

Stadtführer „Energieeffizientes Darmstadt“

Herausgeber: Umweltamt der Wissenschaftsstadt Darmstadt, Weststadt Verlag

Der Stadtführer ist im Darmstadt-Shop auf dem Luisenplatz sowie in der RMV-Zentrale vor dem Hauptbahnhof erhältlich und kann über den Buchhandel bestellt werden.

ISBN 978-3-940179-30-2, VKP 9,95 €

Copyright:
© 2017 Weststadtverlag, Isolde Nees
Bildnachweis:
Karte: Stadtkartographie Darmstadt / Vermessungsamt
Prinz-Georg-Garten: Darmstadt Marketing, Agnes Allig
EAD Passivhaus: Dauphin HumanDesign Group

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