Auf neun Routen durch das „Energieeffiziente Darmstadt“

23. November 2017

Exklusiv bei Darmstadt im Herzen: wir stellen Euch monatlich eine Route aus dem Stadtführer  vor

Die Wissenschaftsstadt Darmstadt ist in jeder Hinsicht eine grüne Stadt. Dies beginnt bereits beim bloßen Blick auf die Stadtkarte und setzt sich nahtlos bei einem Spaziergang durch die vielen Grünanlagen, Parks und Waldflächen fort. Ökologische und energieeffiziente Projekte und nachhaltige Themen haben eine lange Tradition. Isolde Nees vom Weststadtverlag hat gemeinsam mit dem Umweltamt der Wissensschaftsstadt Darmstadt genau dieses genauer betrachtet und einen Stadtführer mit neun Routen durch das   „Energieeffiziente Darmstadt“ entwickelt. 

Heute:  Route 3 Der Westen

(Startpunkt Geokoordinaten: 49.876984,8.642612)

Wir beginnen den Spazierweg am DARZ, dem Full-IT-Service-Provider mit eigenem Hochsicherheitsrechenzentrum in der Julius Reiber Straße. Vor dem Gebäude befindet sich eine Skulptur des Darmstädter Bildhauers Helmut Lander.

Weiter geht es entlang der Dolivostraße und bald stehen wir vor dem Spezialchemie-Unternehmen Evonik. Hier wird der Hartschaumstoff ROHACELL entwickelt, der für mehr Leichtigkeit in Flugzeugen, Hubschrauber-Rotorblättern, Autos und Sportartikeln sorgt. Die Marke RESOMER® steht für biologisch abbaubare Polymere, die in medizinischen Anwendungen wie Gewebeersatz und als chirurgische Schrauben eingesetzt werden. Öladditive verbessern über einen weiten Temperaturbereich die Fließeigenschaften von Schmierstoffen und Ölen in Hydraulik-, Getriebe- und Motoranwendungen, wo sie beispielsweise für eine Senkung des Benzinverbrauchs sorgen.

Weiter geht es zur Landwehrstraße, von dort biegen wir in die Kirschenallee ein. Einige Meter weiter erreichen wir das Haus der Industriekultur, eine Außenstelle des Hessischen Landesmuseums Darmstadt. Ursprünglich für die Möbelfabrik Alter (K. Klee, 1906) erbaut, beherbergt das Gebäude heute die Museumsabteilung für Schriftguss, Satz und Druckverfahren vom Anfang des 19. Jahrhunderts bis in die 1970er Jahre.

Wir kehren um, wandern zunächst die Kirschenallee zurück, dann weiter in Richtung Westen und kommen an dem 1929 für den Bahn Arzt erbauten Eckhaus an der Goebelstraße vorbei. Das Wohnhaus ist ein dreistöckiger Würfel aus rotem Klinker mit abgekanteten Ecken und expressionistischen Details.

Wir gelangen zum Hauptbahnhof, der 1910-12 von Friedrich Pützer in traditionalistischer Bauweise mit einer Außenfassade aus Muschelkalk und mit Jugendstilelementen errichtet wurde. Über dem Haupteingang sind zwei Reliefs (H. Jobst, 1912) zu erkennen, die Herkules im Kampf mit dem Stier und auf der anderen Seite im Kampf mit dem Löwen zeigen. Der Bahnhof war als Gebäudekomplex konzipiert mit dem Fürstenbahnhof, daneben einem Verwaltungsbau, und auf der anderen Seite mit dem ehemaligen, mit barockem Zierrat des Historismus geschmückten kaiserlichen Postamt. Dazu gehörte der von einer Mauer umschlossene Fremdenverkehrspavillon. Am Hauptbahnhof befindet sich auch die Geschäftsstelle der DADINA.

Wir gehen ein kurzes Stück zurück bis zur Bismarckstraße, in die wir nach links einbiegen. Wir überqueren die Brücke, die über das Bahngelände führt und befinden uns im Dornheimer Weg. Links liegt das Gelände der Entega mit dem Alten Schalthaus (E. Seibert + G. Markwort, 1926). Der Bau des ehemaligen Umspannwerks orientiert sich an expressionistischer Architektur mit seiner horizontalen Betonung der Gesimse, den diagonal gesprossten Fenstern und den abgetreppten Giebeln.

Wir gehen ein paar Schritte zurück, biegen in den Zweifalltorweg ein und nach der Unterquerung der Bahnhofsbrücke gelangen wir zur Robert-Bosch-Straße in die wir einbiegen und uns nun im Europaviertel befinden. Gleich rechts sehen wir das Technologie- und Innovationszentrum für junge Unternehmen. Das TIZ bietet als Forum Kontakt zu anderen Gründern und unterstützt durch Netzwerkaktivitäten. In dem Gebäude hat auch die Nachhaltigkeitsberatung e-hoch-3 ihr Domizil. Etwas weiter die Straße entlang entsteht der Neubau des TÜV. Zu den Lösungsmöglichkeiten, die TÜV Hessen anbietet um Energieeinsparpotenziale aufzudecken und auch zu heben, gibt es einen Informationstext in Route 9, wo die Technische Überwachung Hessen TÜV in der Rüdesheimer Straße derzeit noch ihr Domizil hat .

In der Robert-Bosch-Straße befindet sich auch das European Space Operation Center ESOC, das 1967 in Darmstadt in Betrieb genommen wurde. Es ist ein Kontrollzentrum der Europäischen Weltraumorganisation ESA und für den Betrieb sämtlicher ESA-Satelliten, für die dazu notwendigen Bodenstationen und für das Kommunikationsnetzwerk verantwortlich. Das ESOC pflegt vielfältige Beziehungen mit anderen Weltraumorganisationen, insbesondere mit Kontrollzentren in aller Welt.

 

Wir kehren zurück und gelangen am Rand des Westwalds zum Waldfriedhof (A. Buxbaum, 1914). Die im neuklassizistischen Stil entworfenen Gebäude verbinden sich beindruckend mit der parkähnlichen Landschaft. Die markante Eingangsarchitektur besteht aus einem halbrunden Säulengang mit zwei symmetrischen Kuppelbauten. Die Anlage ist hufeisenförmig angelegt und wird symmetrisch durch den großen Hauptweg, diagonale Pfade und Rundwege erschlossen. Eindrucksvoll ist das Ehrenmal für die Toten beider Weltkriege. Daneben  erinnern drei liegende Bronzefiguren (F. Schwarzbeck, 1957) an die in der Brandnacht am 11./12. September 1944 umgekommenen Darmstädter Bürgerinnen und Bürger, die in einem Massengrab beerdigt wurden.Wir wandern dem Eiffelring entlang, der über eine Brücke führt und uns auf die andere Seite der Rheinstraße bringt. Wir kommen zur Telekom-City, einem Business- und Technologiepark, der in den Jahren 2004-2014 auf etwa 20 Hektar entwickelt wurde. Die rund 25 Bauprojekte umfassen fast 100.000 qm Geschossfläche. Dazwischen gibt es viele Grünflächen und dazu ein Dienstleistungsangebot, das vom Ärztezentrum über Kindertagesstätten bis hin zu Restaurants und Fitnessmöglichkeiten reicht.

Durch die Telekom-Allee erreichen wir die Gebäude von EUMETSAT, der europäischen Betreiberorganisation von Satelliten zur Überwachung von Wetter und Klima, welche sich immer stärker auf unsere Gesellschaft und unsere Wirtschaft auswirken. Von seiner Zentrale in Darmstadt, liefert EUMETSAT diese essentiellen Daten an Mitgliedsstaaten und Anwender in der ganzen Welt. Das architektonisch markante technische Infrastruktur-Gebäude (TIB) beherbergt – mit Ausnahme der im Hauptgebäude untergebrachten Kontrollzentren – das gesamte technische Umfeld, welches für den Betrieb des Bodensegments und der Computer-Infrastruktur notwendig ist.

Wir wenden uns nach Westen und biegen am Westwald-Rand nach links bis wir die Eschollbrücker Straße erreichen. Hier hat die Produktions- und Handelsgesellschaft Alnatura in Kürze ihre neue Wirkungsstätte.

Und in der nächsten Ausgabe zeigen wir euch:

Route 4 – Martinsviertel

Vom Haus der Geschichte durch den Herrngarten, vorbei an der Elisabethenkirche, entlang der Pallaswiesenstraße bis zum EAD-Passivhaus im Sensfelder Weg.

Alle Routen, nützliche Zusatzinfos und Details zu einzelnen Projekte gibt es hier:

Stadtführer „Energieeffizientes Darmstadt“

Herausgeber: Umweltamt der Wissenschaftsstadt Darmstadt, Weststadt Verlag

Der Stadtführer ist im Darmstadt-Shop auf dem Luisenplatz sowie in der RMV-Zentrale vor dem Hauptbahnhof erhältlich und kann über den Buchhandel bestellt werden.

ISBN 978-3-940179-30-2, VKP 9,95 €

Copyright:
© 2017 Weststadtverlag, Isolde Nees
Bildnachweis:
Karte: Stadtkartographie Darmstadt / Vermessungsamt
Hauptbahnhof: Darmstadt Marketing, Simone Sündermann
Esoc Gebäude: Esoc

Zum Archiv