Fairer Handel: Einkauf mit gutem Gewissen

8. September 2017

Verbraucherzentrale

Ob Kaffee, Tee, Schokolade, Kekse, Bananen, Gewürze, Orangensaft oder Schnittblumen – das Angebot fair gehandelter Produkte ist in den letzten Jahren enorm gestiegen. Die Waren gibt es nicht nur in Welt- und Bioläden, auch Supermärkte und Discounter haben sie im Sortiment.

Ziel des Fairen Handels sind unter anderem gerechtere Handelsstrukturen, damit benachteiligte Kleinbauern und Arbeiter ihren Lebensunterhalt aus eigener Kraft nachhaltig sichern können. So soll der Armut in den Erzeugerländern sowie der häufig noch vorherrschenden Kinder- und der Zwangsarbeit entgegengewirkt werden. Verbraucher, die fair gehandelte Produkte erwerben, tragen dazu bei, diese Ziele zu erreichen.

Wie das konkret geht, ist Thema der 16. Fairen Woche, vom 15. bis 29. September 2017. In diesem Jahr stehen die wirtschaftlichen Perspektiven für die Produzenten im globalen Süden in den Mittelpunkt. Aktionsgruppen, Weltläden, Supermärkte, Schulen, Gemeinden, gastronomische Betriebe, gemeinnützige Organisationen und Privatpersonen beteiligen sich mit über 2.000 Veranstaltungen an der Fairen Woche.

Auch die Beratungsstelle Darmstadt der Verbraucherzentrale Hessen lädt im Aktionszeitraum dazu ein, den Fairen Handel und seine Produkte kennenzulernen. Die Besucher erwartet eine Infoecke zum Fairen Handel. Außerdem können sie fair gehandelte Produkte kostenfrei probieren.

 

Fair ist kein gesetzlich geschützter Begriff

Anders als der Begriff „Bio“, sind die Begriffe „Fair“ oder „Fairer Handel“ rechtlich nicht geschützt. Es gibt zudem kein einheitliches Siegel für fair gehandelte Produkte. Aber die internationalen Dachorganisationen des Fairen Handels haben sich auf eine Definition verständigt. Danach ist Fairer Handel „… eine Handelspartnerschaft, die auf Dialog, Transparenz und Respekt beruht und nach mehr Gerechtigkeit im internationalen Handel strebt. Durch bessere Handelsbedingungen und die Sicherung sozialer Rechte für benachteiligte ProduzentInnen und ArbeiterInnen – insbesondere in den

Ländern des Südens – leistet der Faire Handel einen Beitrag zu nachhaltiger Entwicklung. Fair Handels-Organisationen engagieren sich – gemeinsam mit VerbraucherInnen – für die Unterstützung der ProduzentInnen, die Bewusstseinsbildung und die Kampagnenarbeit zur Veränderung der Regeln und der Praxis des konventionellen Welthandels,..“.

Zu den gemeinsamen Grundsätzen und Prinzipien für den Fairen Handel gehören unter anderem:

  • Faire (Mindest-)Preise für Rohstoffe.
  • Langfristige Handelsbeziehungen
  • Gute Arbeitsbedingungen
  • Umweltverträglicher Anbau
  • Bildungs- und Kampagnenarbeit
  • Kontrolle

 

Faire Siegel

Im Handel erkennen Verbraucher fair gehandelte Produkte an verschiedenen Siegeln. Die Kriterien für diese Siegel können unterschiedlich sein. Was hinter welchem Siegel steckt, zeigt die Fotostrecke der Verbraucherzentrale:

https://www.verbraucher.de/fairer-handel?i=2

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