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Drei neue Darmstädter Gebäude werden zu Kulturdenkmälern

Waldspirale, ehemalige Software AG und PTZ künftig unter Denkmalschutz

Die Wissenschaftsstadt Darmstadt erweitert ihr Denkmalverzeichnis um drei bedeutende Bauwerke der jüngeren Stadtgeschichte. Der Magistrat hat in seiner Sitzung am 27. Mai 2026 der Aufnahme der ehemaligen Software AG in der Uhlandstraße, der Waldspirale sowie des ehemaligen Posttechnischen Zentralamts (PTZ) in das Denkmalverzeichnis zugestimmt.

Die drei Gebäude stehen damit künftig unter Denkmalschutz.

Postmoderne rückt in den Fokus

Grundlage ist die laufende Fortschreibung des hessischen Denkmalverzeichnisses. Derzeit erfasst das Landesamt für Denkmalpflege insbesondere Bauwerke der Postmoderne aus den Jahren 1975 bis 2000.

Planungsdezernent Michael Kolmer betont die besondere Bedeutung dieser Epoche für Darmstadt: „Gerade in einer Stadt, die im Zweiten Weltkrieg große Teile ihrer historischen Bausubstanz verloren hat, spielen die Architektur der Moderne und Postmoderne eine wichtige Rolle für die Identität der Stadt.“

Ehemalige Software AG als Beispiel moderner Unternehmensarchitektur

Das Gebäude der ehemaligen Software AG in der Uhlandstraße entstand in zwei Bauphasen zwischen 1982 und 1988 nach Plänen des Architekten Klaus Bollmann.

Charakteristisch sind die hexagonalen Grundformen, der weitgehende Verzicht auf rechte Winkel sowie die enge Verbindung zwischen Architektur und Natur. Die Gestaltung spiegelt die anthroposophischen Vorstellungen des Firmengründers Peter Schnell wider.

Das Gebäude gilt als herausragendes Beispiel moderner Unternehmensarchitektur der 1980er Jahre.

Waldspirale als internationales Gesamtkunstwerk

Auch die Waldspirale im Norden Darmstadts wird künftig als Kulturdenkmal geschützt. Das markante Wohngebäude mit 105 Wohnungen wurde nach Entwürfen des österreichischen Künstlers Friedensreich Hundertwasser geschaffen.

Mit seiner spiralförmigen Gestaltung, den begrünten Bereichen und dem Verzicht auf gerade Linien setzte Hundertwasser seine Vorstellungen von einer naturnahen und individuellen Architektur um. Die Ausführungsplanung übernahm der Architekt Heinz M. Springmann.

Seit der Grundsteinlegung im Jahr 1998 zählt die Waldspirale zu den bekanntesten Bauwerken Darmstadts.

PTZ dokumentiert ein Stück Zeitgeschichte

Das ehemalige Posttechnische Zentralamt in der Hilpertstraße entstand zwischen 1986 und 1990 für rund 1.600 Beschäftigte. Entworfen wurde der Gebäudekomplex von Otto Vogel, Horst Dibelius und Wolfgang Last gemeinsam mit dem Darmstädter Büro Schröder-Planung.

Neben seiner Größe prägen mehrere Kunstwerke das Gebäude, darunter Arbeiten der Künstler Günther Uecker und Arnaldo Pomodoro.

Dem PTZ wird zudem eine besondere zeitgeschichtliche Bedeutung zugeschrieben, da es als erstes zentrales bundesweites Amt seiner Art in der Endphase des Kalten Krieges entstand.

Schutz für kommende Generationen

Die drei Gebäude werden aus geschichtlichen, künstlerischen und städtebaulichen Gründen als Kulturdenkmäler eingestuft. Die Darmstädter Denkmalschutzbehörde verfolgt damit das Ziel, wichtige Zeugnisse der Stadtgeschichte dauerhaft zu sichern und für kommende Generationen zu erhalten.

(DARMSTADT – RED/PSD/stip)

Beitragsbild: Hundertwasserhaus in Darmstadt. Foto: Arthur Schönbein