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Magazin: da.news

Edda Feess verlässt Darmstädter Frauenbüro nach 21 Jahren

Langjährige Leiterin prägte Gleichstellungsarbeit und Gewaltschutz in Darmstadt

Nach 21 Jahren im Dienst der Wissenschaftsstadt Darmstadt scheidet Edda Feess aus dem aktiven Dienst aus. Die langjährige Leiterin des Frauenbüros wurde jetzt offiziell verabschiedet. Seit 2005 setzte sie sich in unterschiedlichen Funktionen für die Gleichstellung und Chancengleichheit von Frauen und Mädchen ein.

Die 1961 geborene Politikwissenschaftlerin und Germanistin begann ihre Tätigkeit bei der Stadt 2005 als stellvertretende Frauenbeauftragte. Im Mai 2012 übernahm sie die Leitung des Frauenbüros. In dieser Zeit war sie an zahlreichen Projekten zur Gleichstellung, zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie zum Schutz von Frauen vor Gewalt beteiligt.

Engagement für Gleichstellung und Vereinbarkeit

Bereits zu Beginn ihrer Tätigkeit beschäftigte sich Feess mit der behördlichen Gleichstellungsarbeit nach dem Hessischen Gleichberechtigungsgesetz und der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Sie leitete das „Lokale Bündnis für Familie Darmstadt“ und entwickelte gemeinsam mit der Industrie- und Handelskammer sowie den zwanzig größten Darmstädter Unternehmen im Rahmen der „NetzWerkStadt“ praktische Lösungsansätze.

Für den von ihr gegründeten Internet-Wegweiser zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie wurde Feess 2008 mit der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.

Schutz vor Gewalt als wichtiger Schwerpunkt

Mit der Übernahme der Leitung des Frauenbüros im Jahr 2012 rückte der Schutz vor häuslicher und sexualisierter Gewalt stärker in den Mittelpunkt ihrer Arbeit. Zu den Projekten gehörten ein inklusiver Fachtag zum Schutz von Frauen mit Behinderung im Jahr 2013 sowie die Entwicklung eines Schutzkonzepts für geflüchtete Frauen in Darmstädter Erstwohnhäusern im Jahr 2015.

Ab 2019 entstand unter Federführung des Frauenbüros und gemeinsam mit Fachleuten des Netzwerks Gewaltschutz das „Darmstädter Modell“ zur Umsetzung der Istanbul-Konvention auf kommunaler Ebene. Im November 2021 folgte die Informationskampagne „Das Schweigen brechen“, die auf Hilfsangebote für Frauen in Gewaltsituationen aufmerksam machte.

Ein weiteres Projekt ihrer Amtszeit ist die Entwicklung eines neuen Frauenhauses. Dessen Übergabe an den Träger und die betroffenen Frauen ist nach derzeitiger Planung für August 2027 vorgesehen.

Gleichstellungsaktionspläne und Luise-Büchner-Denkmal

Während ihrer Amtszeit trat Darmstadt 2015 der Europäischen Charta für die Gleichstellung von Frauen und Männern auf lokaler Ebene bei. Auf den ersten Darmstädter Gleichstellungsbericht im Jahr 2021 folgten bislang zwei Gleichstellungsaktionspläne mit insgesamt mehr als 35 Maßnahmen.

Auf Initiative von Edda Feess und der Luise-Büchner-Gesellschaft wurde zudem im Juni 2017 ein Denkmal für die Darmstädter Frauenrechtlerin Luise Büchner enthüllt, die sich im 19. Jahrhundert insbesondere für die Bildung von Frauen und Mädchen eingesetzt hatte.

Stadtspitze würdigt langjähriges Engagement

Oberbürgermeister Hanno Benz würdigte die Verdienste der scheidenden Frauenbüroleiterin: „Edda Feess hat die Gleichstellungsarbeit in Darmstadt geprägt und ihr Gesicht gegeben. Dass die Gleichstellung heute fest in der Politik und in der Arbeit unserer Stadtverwaltung verankert ist, ist auch ihr Verdienst.“

Auch Bürgermeisterin Barbara Akdeniz hob Feess‘ langjähriges Engagement hervor. Sie habe mit Hartnäckigkeit, Kompetenz und Leidenschaft strukturelle Verbesserungen ermöglicht und neue Angebote für Frauen und Mädchen geschaffen.

Feess selbst blickt dankbar auf ihre Tätigkeit zurück: „Diskriminierung zu überwinden und einen Beitrag zu leisten, dass Frauen frei und selbstbestimmt leben können, habe ich immer als sehr sinnvolle Aufgabe erlebt.“

Gleichstellungsarbeit habe für sie bedeutet, Veränderungen im Dialog und gemeinsam mit vielen Beteiligten Schritt für Schritt zu erreichen. Für die Zukunft wünscht sie sich, dass Frauenpolitik in Darmstadt weiterhin einen hohen Stellenwert behält.

(DARMSTADT – RED/PSD/stip/ho)

Beitragsbild: Edda Feess. Foto: Wissenschaftsstadt Darmstadt