Fossiler Schillerfalter entdeckt: Einblick in Evolution
Fund aus Südfrankreich liefert neue Erkenntnisse zur Schmetterlingsentwicklung
Wie das Hessisches Landesmuseum Darmstadt gemeinsam mit dem Naturkundemuseum Stuttgart mitteilt, haben Forschende erstmals einen fossilen Schillerfalter eindeutig nachgewiesen. Der Fund liefert wichtige neue Erkenntnisse zur Evolution der Schmetterlinge.
Das rund 34 bis 28 Millionen Jahre alte Fossil stammt aus Südfrankreich und wurde im Rahmen eines internationalen Forschungsprojekts unter Leitung von Hossein Rajaei untersucht. Beteiligt war auch Torsten Wappler vom Darmstädter Landesmuseum.
Seltene Fossilien mit außergewöhnlicher Detailtreue
Schmetterlingsfossilien sind selten – besonders solche, bei denen feine Strukturen wie Flügelmuster erhalten geblieben sind. Beim neu beschriebenen Exemplar sind große Teile der Flügel inklusive Aderung und Augenflecken sichtbar. Auch Kopf, Thorax und Teile des Abdomens konnten untersucht werden.
Das Fossil gehört zu einer neuen Gattung und Art namens Apaturoides monikae und ist der erste eindeutige Nachweis eines fossilen Vertreters der Schillerfalter (Apaturinae).
Wichtiger Baustein für die Evolutionsforschung
Die Ergebnisse der Studie wurden in der Fachzeitschrift Acta Palaeontologica Polonica veröffentlicht.
Für die Forschung ist der Fund besonders bedeutsam, da er als sogenannter „Ankerpunkt“ für die zeitliche Einordnung der Schmetterlingsentwicklung dient. Molekulargenetische Analysen gehen davon aus, dass sich zentrale Linien der Edelfalter in genau dieser Zeit entwickelt haben.
Das Fossil hilft nun, diese Annahmen mit konkreten Belegen zu untermauern oder zu korrigieren.
Verbindung von Vergangenheit und Gegenwart
Der Fund wurde bereits 1979 entdeckt, jedoch erst jetzt wissenschaftlich vollständig ausgewertet. Er stammt aus einer geschützten Fossillagerstätte in der Region Lubéron.
Die Forschenden betonen, dass solche Entdeckungen die Bedeutung von Museumssammlungen und langfristiger wissenschaftlicher Arbeit unterstreichen. Gleichzeitig liefern sie wichtige Hinweise für das Verständnis heutiger Biodiversität und deren Entwicklung über Millionen Jahre hinweg.
(DARMSTADT – RED/HLMD)
Beitragsbild: Fossil der neuen Art Apaturoides monikae. Foto: Hossein Rajaei.