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Magazin: da.news

Hedwig Kruse: Hessisches Landesmuseum zeigt expressive Druckkunst

Ausstellung erinnert an fast vergessene Darmstädter Künstlerin

Das Hessische Landesmuseum Darmstadt widmet der Künstlerin Hedwig Kruse erstmals eine eigene Ausstellung. Unter dem Titel „Hedwig Kruse – Eine Druckkünstlerin lebt ihren Traum“ werden vom 18. Juni bis zum 27. September 2026 Werke der Frankfurter Künstlerin gezeigt, die später in Darmstadt lebte und arbeitete.

Die Ausstellung präsentiert expressive Papierarbeiten, Farbholzschnitte und Collagen aus dem umfangreichen grafischen Nachlass der Künstlerin. Im Mittelpunkt stehen ihre autobiografisch geprägten Bildwelten, die Themen wie Liebe, Mutterschaft, Sehnsucht und persönliche Erfahrungen aufgreifen.

Zwischen Mythologie, Religion und Fantasie

Hedwig Kruses Werke verbinden unterschiedliche kulturelle und religiöse Einflüsse miteinander. Antike Mythologie, Christentum, Judentum, Buddhismus und Islam treffen in ihren Arbeiten aufeinander. Ihre Bilder zeigen mystische Figuren, fantastische Wesen und märchenhafte Szenen, die von leuchtenden Farben und einer präzisen Linienführung geprägt sind.

Die Künstlerin wurde 1895 in Frankfurt am Main geboren und studierte an der Kunstgewerbeschule in München. Bereits ab 1917 entwickelte sie eine eigenständige künstlerische Handschrift und galt als vielversprechende Druckkünstlerin.

Karriere durch Nationalsozialismus unterbrochen

Ihre Laufbahn wurde jedoch 1935 durch ein Ausstellungsverbot der Nationalsozialisten abrupt unterbrochen. Obwohl sie auch nach dem Zweiten Weltkrieg weiterhin künstlerisch tätig blieb, konnte sie nie an ihre frühen Erfolge anknüpfen.

1939 heiratete sie den Darmstädter Bildhauer Hermann Geibel und lebte fortan in Darmstadt. Ihre Werke signierte sie zeitlebens mit ihrem Mädchennamen „Kruse“. Eine umfassende kunsthistorische Anerkennung blieb ihr jedoch weitgehend verwehrt.

Grafischer Nachlass im Landesmuseum

Heute befindet sich der gesamte grafische Nachlass von Hedwig Kruse im Hessischen Landesmuseum Darmstadt. Möglich wurde dies durch eine Schenkung ihres Sohnes Stephan Heise.

Das Oeuvre umfasst neben aufwendig gestalteten Glanzpapier-Collagen vor allem Farbholzschnitte, die durch filigran geschnittene Druckstöcke und eine außergewöhnliche drucktechnische Präzision geprägt sind.

Mit der Ausstellung erinnert das Hessische Landesmuseum Darmstadt an eine Künstlerin, deren Werk lange Zeit im Schatten stand und nun einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird.

(DARMSTADT – RED/HLMD)

Beitragsbild: Hedwig Kruse, Illustration Blatt 1 zu Richard Dehmels »Das Zettelevoiche«, 1918, Holzschnitt aufJapanpapier, koloriert, Foto: L. Breidert, HLMD © Hessisches Landesmuseum Darmstadt