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Magazin: da.news

Zwölf invasive Arten im Fokus einer Bürgerbeteiligung

Bis 23. November können Stellungnahmen zu neuen Maßnahmen gegen invasive Tier- und Pflanzenarten eingereicht werden

Zwölf invasive Tier- und Pflanzenarten stehen im Mittelpunkt einer Öffentlichkeitsbeteiligung, die am 21. September begonnen hat. Bürgerinnen und Bürger können sich zu Entwürfen für den künftigen Umgang mit den Arten äußern. In Hessen liegen die Unterlagen unter anderem beim Regierungspräsidium Darmstadt aus. Online sind Stellungnahmen bis zum 23. November 2026 möglich.

Hintergrund ist die sogenannte Unionsliste invasiver gebietsfremder Arten. Nach Angaben des Regierungspräsidiums stehen derzeit 114 Tier- und Pflanzenarten auf dieser Liste. Für sie gelten unter anderem Einschränkungen bei Einfuhr, Transport, Handel, Haltung, Kultivierung und Ausbringung. Gleichzeitig werden Maßnahmen entwickelt, mit denen bereits vorkommende Arten eingedämmt werden sollen.

Säugetiere, Fische, Krebse und Pflanzen

Bei der aktuellen Beteiligung geht es um drei Säugetierarten, zwei Fischarten, eine Krebsart, eine Weichtierart und fünf Pflanzenarten.

Zu den Säugetieren zählen Sika-Hirsch, Mink und Kanadischer Biber. Der ursprünglich aus Asien stammende Sika-Hirsch wurde in Europa zur Jagd angesiedelt und kann nach Angaben der Fachbehörden mit heimischen Wildarten um Nahrung konkurrieren. Der Mink, auch Amerikanischer Nerz genannt, gelangte ursprünglich für die Pelztierhaltung nach Europa. Freilebende Tiere ernähren sich unter anderem von Kleinsäugern, Amphibien, Vögeln, Krebsen und Fischen.

Der Kanadische Biber wiederum besetzt eine ähnliche ökologische Nische wie der heimische Europäische Biber. Eine sichere Unterscheidung der beiden Arten ist in der Regel nur durch genetische Untersuchungen möglich.

Als invasive Fischarten stehen der Asiatische und der Nordchinesische Schlammpeitzger im Fokus. Beide können sich auch in sauerstoffarmen Gewässern behaupten. Als mögliche Folgen ihrer Ausbreitung werden Konkurrenz zu heimischen Arten und die Übertragung von Fischparasiten genannt.

Kalikokrebs bereits in Hessen verbreitet

Der aus Nordamerika stammende Kalikokrebs kommt in Hessen bereits entlang des Rheins und seiner Nebenflüsse vor. Die Art vermehrt sich stark und kann lange Bruthöhlen anlegen. Zudem können Kalikokrebse die Krebspest übertragen. Während amerikanische Krebsarten dagegen immun sind, kann die Pilzkrankheit für heimische Krebsarten tödlich verlaufen.

Mit der Amerikanischen Trogmuschel gehört auch eine Meeresart zu den zwölf Arten. Sie bevorzugt Brackwasser und ist vor allem für Küstenregionen relevant. In Nord- und Ostsee wurden bereits größere Bestände festgestellt.

Japanknöterich und Nadelkraut breiten sich stark aus

Bei den Pflanzen geht es um Nadelkraut, Rundblättrigen Baumwürger sowie drei Arten aus der Japanknöterich-Sippe.

Nadelkraut stammt ursprünglich aus Neuseeland und wurde als Wasserpflanze für Aquarien und Gärten verwendet. In Gewässern kann es dichte Bestände bilden und andere Wasserpflanzen verdrängen.

Der aus Ostasien stammende Rundblättrige Baumwürger wurde als Zier- und Kletterpflanze nach Europa gebracht. Er kann Flächen überwuchern, andere Pflanzen beschatten und Bäume umschlingen.

Bereits weit verbreitet sind Japanischer Knöterich, Sachalin-Knöterich und Bastardknöterich. Sie bilden dichte und bis zu vier Meter hohe Bestände. Ihre unterirdischen Sprosse können sich tief und weit im Boden ausbreiten, was die Bekämpfung erschwert. Nach Angaben der Fachbehörden können die Pflanzen dabei auch Asphalt und andere bauliche Strukturen beschädigen.

Japanknöterich, auffällig groß und im Sommer weiß blühend, ist in Hessen bereits sehr weit verbreitet. Foto: Beate Alberternst
Japanknöterich, auffällig groß und im Sommer weiß blühend, ist in Hessen bereits sehr weit verbreitet. Foto: Beate Alberternst
Das weiß blühende Nadelkraut vermehrt sich in Gewässern in kürzester Zeit rasant. Foto: Beate Alberternst
Das weiß blühende Nadelkraut vermehrt sich in Gewässern in kürzester Zeit rasant. Foto: Beate Alberternst
Der Rundblättrige Baumwürger überwuchert schnell andere Pflanzen und Strukturen und zeigt auffällig orange-rote Früchte. Foto: Beate Alberternst
Der Rundblättrige Baumwürger überwuchert schnell andere Pflanzen und Strukturen und zeigt auffällig orange-rote Früchte. Foto: Beate Alberternst
Der Rundblättrige Baumwürger überwuchert schnell andere Pflanzen und Strukturen und zeigt auffällig orange-rote Früchte. Foto: Beate Alberternst
Der Rundblättrige Baumwürger überwuchert schnell andere Pflanzen und Strukturen und zeigt auffällig orange-rote Früchte. Foto: Beate Alberternst

Stellungnahmen bis 23. November möglich

Die Unterlagen zur Öffentlichkeitsbeteiligung liegen bis 19. Oktober bei den drei hessischen Regierungspräsidien aus. In Darmstadt können sie beim Regierungspräsidium Darmstadt, Luisenplatz 2, eingesehen werden. Dort können während der vierwöchigen Einsichtszeit auch Anmerkungen abgegeben werden. Schriftliche Stellungnahmen sind ebenfalls per Post möglich.

Online stehen die Unterlagen vom 21. September bis 23. November 2026 zur Verfügung. Die Anhörungsfrist endet am 23. November.

Beteiligungsportal des Landes Hessen