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Jan Christoph Breitwieser wird neuer Landesmuseumsdirektor

Bisheriger Leiter des Museums Bensheim übernimmt zum 1. Januar 2027 die Führung des Hessischen Landesmuseums Darmstadt

Das Hessische Landesmuseum Darmstadt bekommt einen neuen Direktor: Dr. Jan Christoph Breitwieser übernimmt zum 1. Januar 2027 die Leitung des Museums. Der 1976 geborene Archäologe steht seit 2016 an der Spitze des Museums Bensheim. Hessens Wissenschafts- und Kunstminister Timon Gremmels stellte den künftigen Museumsdirektor am Montag, 12. Oktober 2026, in Darmstadt vor.

Breitwieser tritt die Nachfolge von Dr. Martin Faass an, der im März 2026 die Leitung von Hessen Kassel Heritage übernommen hatte. In der Zwischenzeit führte die stellvertretende Direktorin und kaufmännische Leiterin Julia Hillebrand das Landesmuseum kommissarisch.

Erfahrung in Museumsleitung und Ausstellungsarbeit

Mit Breitwieser übernimmt ein Museumsfachmann die Leitung, der sowohl wissenschaftliche als auch organisatorische Erfahrung mitbringt. Während seiner zehnjährigen Tätigkeit in Bensheim entwickelte er unter anderem eine neue archäologische Dauerausstellung und organisierte Kunstausstellungen mit überregional bekannten Künstlern.

Dazu gehörten Ausstellungen mit Neo Rauch, Rosa Loy, Rose Wylie, Emil Nolde, Mercedes Helnwein und Andrej Dúbravský. Zudem initiierte Breitwieser einen Museumspodcast und engagierte sich im Museumsverband Hessen sowie im Denkmalrat Hessen.

Kunst- und Kulturminister Timon Gremmels verwies bei der Vorstellung auf die unterschiedlichen Anforderungen, die mit der Leitung des Landesmuseums verbunden sind. Neben wissenschaftlicher Kompetenz seien strategisches Denken, Personalführung und wirtschaftliche Verantwortung gefragt.

„Mit Dr. Breitwieser haben wir dafür den richtigen Kandidaten gefunden“, erklärte Gremmels. Der neue Direktor habe das mehrstufige Auswahlverfahren erfolgreich durchlaufen.

Digitalisierung und Vermittlung als wichtige Aufgaben

Zu den Schwerpunkten der kommenden Jahre gehören die Weiterentwicklung der Bildungs- und Vermittlungsangebote, die Digitalisierung und die Provenienzforschung. Letztere beschäftigt sich mit der Herkunft und Besitzgeschichte von Sammlungsobjekten.

Auch die Folgen des Klimawandels und die Krisenvorsorge werden künftig eine wichtige Rolle bei der Museumsarbeit spielen.

Breitwieser möchte insbesondere die Vielfalt der Sammlungen und Fachrichtungen des Landesmuseums weiterentwickeln.

„Die Verbindung ganz unterschiedlicher Sammlungen und Fachrichtungen ist die große Stärke dieses Museums“, sagte der künftige Direktor. Gemeinsam mit den Beschäftigten wolle er daran arbeiten, das Landesmuseum als offenes und lebendiges Museum weiterzuentwickeln.

Archäologe mit wissenschaftlichem Hintergrund

Jan Christoph Breitwieser wurde 1976 geboren und studierte Vor- und Frühgeschichte sowie Archäologie und Kulturgeschichte des Vorderen Orients an der Goethe-Universität Frankfurt am Main.

Seine Promotion beschäftigte sich mit den hallstattzeitlichen Gräberfeldern von Frankfurt-Harheim. Für diese wissenschaftliche Arbeit erhielt er den Eduard-Anthes-Preis.

Zu seinen beruflichen Stationen gehörte unter anderem das Römisch-Germanische Zentralmuseum in Mainz. Darüber hinaus war er an archäologischen Forschungs- und Grabungsprojekten im In- und Ausland beteiligt.

Seit 2026 ist Breitwieser außerdem als Gastdozent an der Goethe-Universität Frankfurt tätig. Dort unterrichtet er Museologie und Ausstellungspraxis.

Dank an die bisherige kommissarische Leitung

Minister Gremmels dankte bei der Vorstellung auch den Beschäftigten des Hessischen Landesmuseums für ihre Arbeit während der Übergangsphase. Besonders würdigte er Julia Hillebrand, die nach dem Wechsel von Martin Faass die kommissarische Leitung übernommen hatte.

Mit dem Amtsantritt Breitwiesers zum Jahresbeginn 2027 erhält das Landesmuseum wieder eine reguläre Direktion.

(DARMSTADT – RED/HLMD)

Beitragsbild: Dr. Jan Christoph Breitwieser, Foto: Sascha Engel / Hessisches Landesmuseum Darmstadt