Darmstadt erinnert an Künstler Ludwig Meidner
Wissenschaftsstadt würdigt Maler zum 60. Todestag
Die Darmstadt erinnert an den deutsch-jüdischen Künstler Ludwig Meidner, der am 14. Mai 1966 in Darmstadt starb. Anlass ist sein 60. Todestag.
Oberbürgermeister Hanno Benz würdigte Meidner als „Maler von Weltrang“, der Kunst- und Kulturgeschichte geschrieben habe und Darmstadt eng verbunden gewesen sei.
Bedeutender Vertreter des Expressionismus
Ludwig Meidner wurde 1884 im damaligen Bernstadt an der Weide geboren und zählt zu den wichtigsten Künstlern des urbanen Expressionismus im 20. Jahrhundert.
Geprägt vom Ersten Weltkrieg und seinem jüdischen Glauben setzte er sich in Gemälden, Grafiken und literarischen Werken mit Themen wie Großstadtleben, gesellschaftlicher Unruhe und Krieg auseinander. Bekannt wurde er unter anderem durch apokalyptische Stadtlandschaften mit brennenden Häusern und panischen Menschenmengen.
Verbindung zu Darmstadt seit 1919
Bereits 1919 arbeitete Meidner für die expressionistische Darmstädter Zeitschrift „Das Tribunal“, die vom späteren SPD-Politiker Carlo Mierendorff herausgegeben wurde. Auch der Darmstädter Schriftsteller Kasimir Edschmid gehörte zu seinem Umfeld.
Zudem war Meidner Mitglied der Darmstädter Sezession.
Verfolgung im Nationalsozialismus
Während der NS-Diktatur wurde Meidner als jüdischer Künstler verfolgt. Seine Werke galten als „entartete Kunst“, zahlreiche Arbeiten wurden beschlagnahmt oder zerstört. Er musste ins englische Exil fliehen.
Dort entstand auch sein später vielbeachteter Zyklus über die Verfolgung und Vernichtung der europäischen Juden.
Rückkehr nach Deutschland und letzte Jahre in Darmstadt
In den 1950er Jahren kehrte Meidner nach Deutschland zurück. Auf Einladung des damaligen Darmstädter Kulturreferenten und späteren Oberbürgermeisters Heinz-Winfried Sabais zog er 1963 nach Darmstadt.
Hier erlebte er noch die Anerkennung seines Lebenswerks. Sein Grab befindet sich auf dem jüdischen Friedhof in Bessungen.
Ausstellung in Darmstadt erinnert an Meidner
Noch bis zum 30. Mai 2026 zeigt die Galerie Netuschil die Ausstellung „Ludwig Meidner. Der heißeste Krater seiner Zeit“.
Auch die vielbeachtete Retrospektive „Begegnungen“ im Museum Künstlerkolonie Mathildenhöhe hatte dem Künstler bereits 2016/17 neue Aufmerksamkeit verschafft.
(DARMSTADT – RED/PSD/stip)
Beitragsbild: Ludwig und Else Meidner bei einer Ausstellungseröffnung 1949. Foto: Ludwig Meidner Archiv Frankfurt/Pressestelle Darmstadt