Erstes Müllfeuer in neuer Verbrennungslinie 4 im MHKW Darmstadt
Modernisierung des Müllheizkraftwerks erreicht wichtigen Meilenstein
Im modernisierten Müllheizkraftwerk in Darmstadt ist am 13. Mai 2026 erstmals Restabfall in der neuen Verbrennungslinie 4 verbrannt worden. Mit dem sogenannten „ersten Müllfeuer“ erreicht das Großprojekt einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zum späteren Regelbetrieb der modernisierten Anlage.
Wichtiger Schritt für die regionale Abfallentsorgung
Der Zweckverband Abfallverwertung Südhessen (ZAS) sichert mit dem Ausbau langfristig die Entsorgung von Restabfällen aus der Wissenschaftsstadt Darmstadt, dem Landkreis Darmstadt-Dieburg und dem Odenwaldkreis. Mehr als eine Million Menschen in der Region profitieren von der Anlage.
Landrat Klaus Peter Schellhaas betont die Bedeutung des Projekts: „Eine verlässliche Entsorgung des Restmülls ist keine Selbstverständlichkeit, sondern Teil moderner Daseinsvorsorge.“
Auch Darmstadts Stadtkämmerer André Schellenberg sieht das Projekt als wichtigen Baustein für Klimaschutz und Wärmewende in Darmstadt. Der Verbandsvorsteher des Müllabfuhr-Zweckverbandes Odenwald, Tassilo Schindler, spricht von einer „effizienten, regionalen und zukunftsorientierten Lösung“ für den Odenwaldkreis.
Modernisierung läuft bis 2028
Das Müllheizkraftwerk kann jährlich rund 225.000 Tonnen Abfall thermisch verwerten und gleichzeitig Energie erzeugen. Seit März 2024 wird die Anlage umfassend modernisiert. Die Arbeiten sollen bis Ende 2028 abgeschlossen sein.
Im ersten Bauabschnitt wurde die bisherige Verbrennungslinie 2 zurückgebaut und durch die neue leistungsstärkere Linie 4 ersetzt. Parallel dazu wurden technische Systeme wie Kühlwasser-, Druckluft- und Speisewassersysteme angepasst.
Klärschlammbehandlung und Phosphor-Recycling geplant
Im zweiten Bauabschnitt soll zusätzlich eine neue Klärschlamm-Monobehandlungsanlage entstehen. Ziel ist es, künftig auch Phosphor aus Klärschlamm zurückzugewinnen. Hintergrund sind gesetzliche Vorgaben, nach denen Kläranlagen ab 2029 Phosphor recyceln müssen.
Die Geschäftsführer des ZAS, Julia Klinger und Andreas Niedermaier, sehen darin einen wichtigen Schritt Richtung Kreislaufwirtschaft.
Entsorgung bleibt während Umbau gesichert
Während der Bauarbeiten bleibt die bestehende Verbrennungslinie 3 weiter in Betrieb. Nach Abschluss aller Maßnahmen soll das MHKW künftig mit zwei modernen Verbrennungslinien sowie der neuen Klärschlammbehandlung arbeiten.
(DARMSTADT – RED/PM/ENTEGA)
Beitragsbild: Von links nach rechts: Andreas Koch (Bürgermeister Brombachtal) Tassilo Schindler ( ZAS-stellvertretender Vorsitzender MZVO und Bürgermeister Lützelbach) Frau Dr. Lietz (Vorsitzende ZAS-Klärschlammausschuss) Iris Behr (ZAS-Vorstandsmitglied und Magistrat der Stadt Darmstadt) Landrat Klaus Peter Schellhaas (ZAS-Verbandsvorsitzender) Erster Kreisbeigeordneter Lutz Köhler (ZAS-Vorstandsmitglied) Oliver Grobeis (Erster Kreisbeigeordneter Odenwaldkreis und ZAS-Vorstandsmitglied) Markus Sattler (ZAS-Projektleiter) Dr. Julia Klinger (ZAS-Geschäftsführung, Bereichsleiterin Entega AG) Ben Lüttges (Referent Entega AG) Florian Keil (Betriebsleiter MHKW) Cornelius Ohland (Projektleiter Entega AG). Foto: ENTEGA