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Sophie Borges übernimmt Sammlung im Landesmuseum

Neue Leiterin verantwortet Kunsthandwerk und Waffensammlung – Vorgänger Wolfgang Glüber ging Ende August in den Ruhestand

Dr. Sophie Borges ist neue Sammlungsleiterin am Hessischen Landesmuseum Darmstadt (HLMD). Sie übernimmt die Abteilung Kunsthandwerk des 16. bis 20. Jahrhunderts sowie die Waffensammlung. Borges folgt auf Dr. Wolfgang Glüber, der zum 31. August 2026 in den Ruhestand gegangen ist.

Zu ihren inhaltlichen Schwerpunkten gehören unter anderem Modegeschichte, höfische Repräsentationskultur und das Kunsthandwerk des Jugendstils.

Jugendstil und Modegeschichte im Fokus

„Mit Dr. Sophie Borges gewinnen wir eine ausgewiesene Expertin für Kunsthandwerk, Modegeschichte und höfische Repräsentationskultur“, sagt Julia Hillebrand, stellvertretende Direktorin des Hessischen Landesmuseums Darmstadt. Sie verweist zudem auf Borges‘ kuratorische Erfahrung.

Die neue Sammlungsleiterin möchte sich unter anderem mit Jugendstil und Jugendstilschmuck, der Mode des frühen 17. Jahrhunderts sowie den Kunstkammerobjekten des 16. bis 20. Jahrhunderts beschäftigen. Ein Schwerpunkt soll dabei auf der Vermittlung der Bestände in Dauer- und Sonderausstellungen liegen.

Borges sieht im Kunsthandwerk auch einen Bezug zur Gegenwart. Historische Objekte vermittelten neben ihrer Gestaltung beispielsweise Kenntnisse über technische Entwicklungen, den Umgang mit Materialien und frühere Herstellungsverfahren.

Stationen in Weimar, Berlin und Eutin

Sophie Borges studierte Kunstgeschichte und Philosophie an der Ludwig-Maximilians-Universität München. 2015 wurde sie mit einer Arbeit über die Repräsentation von Wissen im Gelehrtenporträt um 1800 promoviert. Die Forschungsarbeit wurde durch ein dreijähriges Forschungsstipendium der Gerda Henkel Stiftung gefördert.

Anschließend arbeitete Borges als wissenschaftliche Mitarbeiterin bei der Klassik Stiftung Weimar. Dort war sie unter anderem an den Ausstellungsprojekten „Du bist Faust. Goethes Drama in der Kunst“ beteiligt, das 2018 in Zusammenarbeit mit der Kunsthalle München entstand, sowie an „Goethe. Verwandlung der Welt“, das 2019 gemeinsam mit der Bundeskunsthalle in Bonn realisiert wurde.

2020 wechselte sie für ein Ausstellungsprojekt zu E.T.A. Hoffmann und der Kunst an die Staatsbibliothek zu Berlin. Von 2021 bis 2026 war Borges Kuratorin und Kustodin der Stiftung Schloss Eutin. Dort betreute sie unter anderem die Dauerausstellung und entwickelte Sonderausstellungen und Neupräsentationen.

Zu ihren Forschungsgebieten zählen die Modegeschichte seit 1600 und insbesondere die Bedeutung von Kleidung im Zusammenhang mit sozialen und politischen Machtverhältnissen. Weitere Schwerpunkte sind die materielle Kultur höfischer Repräsentation und das Kunsthandwerk des Jugendstils.

(DARMSTADT – RED/HLMD)

Beitragsbild: Dr. Sophie Borges in der Abteilung Jugendstil. Foto: A.-S. Ebert, HLMD