TINA-Straßenbahnen: Neue Tests gegen Erschütterungen
HEAG mobilo und Stadler erproben im November zusätzliche Schwingungstilger – Messungen in Eberstadt, Seeheim und Arheilgen geplant
Die Erschütterungen durch die neuen TINA-Straßenbahnen sollen weiter reduziert werden. Dazu testen der Hersteller Stadler und das Darmstädter Verkehrsunternehmen HEAG mobilo im November eine neue technische Lösung. Erstmals wird ein Fahrzeug der Darmstädter Straßenbahnflotte mit zusätzlichen Schwingungstilgern ausgestattet. Messfahrten sollen zeigen, ob sich damit die Vibrationen entlang der betroffenen Streckenabschnitte verringern lassen.
Im Mittelpunkt stehen dabei insbesondere Strecken in Eberstadt, Seeheim und Arheilgen. Dort hatten frühere Untersuchungen erhöhte Erschütterungswerte dokumentiert. Die neuen Messungen sind für Mitte November vorgesehen.
Zusätzliche Bauteile sollen Schwingungen dämpfen
Die Schwingungstilger werden direkt an den Fahrwerken der Straßenbahn montiert. Ihre Aufgabe besteht darin, bestimmte Schwingungen zu dämpfen, die beim Kontakt zwischen Rädern und Schienen entstehen.
Dadurch soll verhindert werden, dass sich diese Vibrationen in gleichem Maße auf das Zusammenspiel von Fahrzeug, Gleisen und Untergrund übertragen.
Ob und wie stark sich die Erschütterungen durch die zusätzlichen Bauteile tatsächlich reduzieren lassen, soll nun unter realen Betriebsbedingungen untersucht werden.
Bereits Anfang November beginnen erste Testfahrten im Darmstädter Liniennetz. Sie dienen dazu, die Schwingungstilger vor den eigentlichen Messungen technisch weiter abzustimmen.
Vergleichsmessungen an bekannten Problemstellen
Die Messkampagne Mitte November konzentriert sich auf ausgewählte Standorte in Eberstadt, Seeheim und Arheilgen.
An diesen Stellen liegen bereits Ergebnisse früherer Untersuchungen vor, bei denen erhöhte Erschütterungswerte festgestellt wurden. Dadurch können die neuen Messdaten mit den bisherigen Erkenntnissen verglichen werden.
Außerdem soll das mit Schwingungstilgern ausgestattete Fahrzeug mit anderen Straßenbahnen verglichen werden. Auf diese Weise wollen Stadler und HEAG mobilo feststellen, welchen Einfluss die zusätzlichen Bauteile auf die gemessenen Vibrationen haben.
Die Untersuchungen knüpfen an die bisherigen Bemühungen beider Unternehmen an, die Erschütterungen im Darmstädter Straßenbahnnetz zu verringern.
Positive Erfahrungen aus Basel
Erste Erfahrungen mit der neuen Technik wurden bereits in der Schweiz gesammelt.
„Der Schwingungstilger hat bei Tests in Basel vielversprechende Ergebnisse gezeigt. Nun wollen wir gemeinsam mit HEAG mobilo prüfen, welchen Beitrag diese technische Lösung auch in Darmstadt zur Reduzierung von Vibrationen leisten kann“, erklärt Ansgar Brockmeyer, stellvertretender Group CEO bei Stadler.
Auch HEAG mobilo verbindet mit den anstehenden Untersuchungen konkrete Erwartungen.
„Wir erwarten, dass die technischen Weiterentwicklungen am Fahrzeug zu einer nachweisbaren Reduzierung der Erschütterungen führen. Daran messen wir den Erfolg der anstehenden Tests“, sagt Johannes Gregor, Geschäftsführer der HEAG mobilo.
Ergebnisse sollen nach den Messungen vorgestellt werden
Ob sich die positiven Erfahrungen aus Basel auf das Darmstädter Straßenbahnnetz übertragen lassen, ist derzeit noch offen. Die anstehenden Messungen sollen deshalb belastbare Erkenntnisse über die Wirksamkeit der Schwingungstilger liefern.
Nach Abschluss der Untersuchungen wollen Stadler und HEAG mobilo die gewonnenen Daten gemeinsam auswerten und über die Ergebnisse informieren.
(DARMSTADT – RED/PM)