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Magazin: da.news

Yulia Kothe arbeitet an Installation über Erdschichten

Charlotte-Prinz-Stipendiatin zieht nach einem Jahr Zwischenbilanz – Projekt ist von der Landschaft bei der Grube Messel inspiriert

Seit einem Jahr lebt und arbeitet die Künstlerin Yulia Carolin Kothe als Charlotte-Prinz-Stipendiatin in Darmstadt. Zur Halbzeit des zweijährigen Stipendiums stellte sie bei einem Medienrundgang im Atelierhaus in Arheilgen ihre bisherige Arbeit und ihr aktuelles Kunstprojekt vor. Wissenschaftsstadt Darmstadt

Kothe ist seit dem 1. Oktober 2025 Stipendiatin und wird noch ein weiteres Jahr im Charlotte-Prinz-Haus in der Emil-Voltz-Straße leben und arbeiten. Für ihr derzeitiges Projekt beschäftigt sie sich mit Erdschichten und einer Landschaft in der Nähe des UNESCO-Weltnaturerbes Grube Messel. Wissenschaftsstadt Darmstadt

Erde, Klänge und Geschichten als Ausgangsmaterial

Die 35-jährige Künstlerin arbeitet mit unterschiedlichen Medien wie Skulptur, Sound, Text, Performance und Installation. In ihrem Darmstädter Projekt untersucht sie die Material- und Klangeigenschaften der Landschaft sowie die Geschichten, die mit einem nahezu verschwundenen „Schlackehügel“ verbunden sind. Dazu führt sie auch Gespräche mit Menschen, die einen Bezug zu diesem Ort haben. Wissenschaftsstadt Darmstadt

Erste Arbeiten sind bereits entstanden. Aus der rotbraunen Erde des Geländes stellte Kothe eine eigene Farbmischung her, mit der sie Bilder anfertigte. Außerdem beschäftigt sie sich mit Geräuschen von Erdarbeiten und Geröll, führte Interviews und bearbeitete Fotografien der Landschaft. Wissenschaftsstadt Darmstadt

Am Ende ihres Aufenthalts sollen die verschiedenen Bestandteile zu einer audiovisuellen Installation zusammengeführt werden.

Zwei Jahre im Atelierhaus in Arheilgen

Kothe wurde 1991 in Gießen geboren und studierte an der Kunsthochschule Mainz und der Glasgow School of Art. Ihr Studium schloss sie mit Auszeichnung ab. Arbeiten von ihr waren unter anderem bereits in Vilnius, Glasgow, München, Frankfurt und Wiesbaden zu sehen. Wissenschaftsstadt Darmstadt

Das Charlotte-Prinz-Stipendium ermöglicht Künstlerinnen und Künstlern für zwei Jahre das Leben und Arbeiten im Atelierhaus in Arheilgen. Zusätzlich zahlt die Wissenschaftsstadt Darmstadt nach eigenen Angaben eine monatliche Zuwendung von 1.100 Euro. Wissenschaftsstadt Darmstadt

Oberbürgermeister und Kulturdezernent Hanno Benz bezeichnete das Stipendium beim Atelierbesuch als konkreten Bestandteil der städtischen Förderung freier Kunst. Junge Kunstschaffende erhielten dadurch die Möglichkeit, in Darmstadt zu leben und zu arbeiten und sich in die Kulturlandschaft der Stadt einzubringen. Wissenschaftsstadt Darmstadt

Stipendium geht auf Charlotte Prinz zurück

Grundlage des Stipendiums ist der Nachlass der Darmstädter Künstlerin Charlotte Prinz. Sie studierte in den 1950er-Jahren an der Werkkunstschule Darmstadt und arbeitete anschließend als freischaffende Künstlerin in der Stadt. Vor ihrem Tod 1993 stellte sie ihr Wohn- und Atelierhaus für das Stipendium zur Verfügung. Wissenschaftsstadt Darmstadt

Kothe ist die 16. Charlotte-Prinz-Stipendiatin. Über die Vergabe entscheidet eine Fachjury. Das Stipendium wird alle zwei Jahre neu vergeben; der nächste Turnus läuft von 2027 bis 2029.

(DARMSTADT – RED/PSD/jdi)

Beitragsbild: Künstlerin Yulia Carolin Kothe mit Oberbürgermeister Hanno Benz im Atelierhaus in Arheilgen. Foto: Wissenschaftsstadt Darmstadt